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Meisterliche Cello- und Orgelklänge

Kirchenkonzert zum 300. Todestag Dietrich Buxtehudes hätte mehr Besucher verdient

GZ : Maggie Zurek am 14.03.2007
Bilder : Maggie Zurek
Sonntag 11. März 2007 um 17.00 Uhr

Mehr Besucher verdient gehabt hätte das Konzert zum 300. Todestag Dietrich Buxtehudes am Sonntag in der Geisenfelder Stadtpfarrkirche. Zu Veranstaltungsbeginn lockte ein sonniger Nachmittag wohl viele eher zu den Ausflugszielen in der Umgebung.
Johann Sebastian Bach war einst von Arnstadt nach Lübeck gepilgert, um Buxtehude spielen zu hören, der den „Stylus fantasticus“ der norddeutschen Orgelschule maßgeblich geprägt hat. Einleitend interpretierte Kirchenmusiker Jörg Duda Präludium und Fuge dmoll, ein von tiefer Ernsthaftigkeit geprägtes Stück, dessen schier berstende Bässe mit elementarer Kraft einherschreiten, um – nicht ohne eine gewisse Nachdenklichkeit – in die beschwingtere Fuge überzugehen. Kaum zu glauben, dass aus der gleichen Feder auch die Gambensonate DDur stammt, deren samtiges Orgelfundament im Allegro die Basis für eine spielerisch weiches Cello (gefühlvoll: Sven Ahnsjö) bildet.
Melancholische Koloraturen prägen das Adagio, das zu einem fröhlich versöhnlichen dritten Satz überleitet.
Wieder eine neue Facette der Orgel lässt Duda mit Johann Bachs „Jesus Christus, unser Heiland, der von uns den Zorn Gottes gewandt“ ertönen. Fast tänzerische, perlende Höhen und kraftvoll fließende Tiefen unterstreichen hier eindrucksvoll die religiöse Zusage auf Errettung. Tröstung auf ganze andere Art beschert Carl August Fischers „Consolation“, mit dessen Interpretation Duda und Ahnsjö voller Sanftmut zur Seelenmassage einluden.
Weiten Raum nahm dann eine Eigenkomposition des Geisenfelder Kirchenmusikers ein, die als Hommage an die Schönheit Finnlands in Teilen an Sibelius erinnerte. Atmosphärisch dicht aber nicht überfrachtet, fasst Duda hier die fünf Strophen des finnischen Chorals „Wann leuchtet der Morgenstern?“ musikalisch in Bilder.
Mal spannungreich, mal harmonisch, im Charakter von spritzig bis füllig getragen, erklingen Orgel und Cello in Bachs Gambensonate D-Dur. Saubere Koloraturen und versierte Dynamik zeichnen das gut aufeinander eingestimmte Spiel von Ahnsjö und Duda während des gesamten Konzertes aus.
Angesichts der Fingerfertigkeit ihres Interpreten hatte die betagte Orgel allerdings phasenweise Mühe, im Tempo mit zu halten. Die beiden Interpreten, Sven Ahnsjö und Jörg Duda, überzeugten während des gesamten Konzertes mit einem gut aufeinander eingestimmten Spiel.
 

Kirchenkonzert in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt der Pfarrei St. Emmeram, Geisenfeld

Bilder :
Sonntag 11. März 2007 um 17.00 Uhr

Johann Sebastian Bach (Foto links) reiste am 21. Februar 1706 von Arnstadt zu Fuß nach Lübeck, nur um den alten Dietrich Buxtehude (1673 - 1707) Orgel spielen zu hören. Dabei interessierte ihn besonders der von der Redekunst herkommenden "Stylus fantasticus" der norddeutschen Orgelschule, welchen Buxtehude mitgeprägt hatte.

So stellen der Cellist Sven Ahnsjö und der Kirchenmusiker Jörg Duda zu Buxtehudes (Foto rechts) 300. Todestag am Sonntag den 11. März 2007 um 17.00 Uhr bei einem Kirchenkonzert in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt Geisenfeld Gambensonaten beider Komponisten gegenüber.
Des weiteren erklingen Orgelwerke wie die Partita über den finniuschen Choral "Koska valaissee kointähtönen" Op. 43/3 von Jörg Duda, sowie kleinere Stücke für Violoncello und Orgel.

Der Cellist Sven Ahnsjö begann mit 11 Jahren zuerst bei Edgar Schumann, später bei Peter Close mit seiner Ausbildung und wird heute von Sebastian Hess unterrichtet. Zahlreiche Auftritte mit u.a. Rita Loving, Jörg Duda und Andreas Ruppert als Klavierpartnern.

Konzerte in diversen Kammermusikbesetzungen, u.a. mit dem Münchner Flötenduo, sowie Gastauftritte bei Festivals wie dem Kulturspektakel in Gauting und CD-Aufnahmen als Solocellist mit der Rockband "Q-BOX". Im Oktober 2005 spielte Ahnsjö (Foto links) zusammen mit Andreas Ruppert die Uraufführung der Cellosonate "Musik mit Bach" von Herbert Baumann. Nach dem Abitur begann Ahnsjö an der LMU Musikwissenschaft zu studieren. Seit Juni 2006 ist Sven Ahnsjö Cellist beim Symphonieorchester Holzkirchen.

Programm :
Werke von Dietrich Buxtehude (1673 - 1707) zum 300. Todestag
Praludium und Fuge d-moll
Gambensonate D-Dur

Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)
Gambensonate D-Dur

Jörg Duda (*1968) (Foto rechts)
Partita e-moll über den finnischen Choral "Koska valaissee kointähtönen"
u. a.

Sven Ahnsjö, Violoncello Jörg Duda, Orgel

 
 
 
 

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