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Theater und Kino
Geisenfeld-Online


Wenn Weiber nach dem Gelde gieren

Text und Bilder : Maggie Zurek


Bravorufe und viel Applaus ernteten die Laiendarsteller des Ernsgadener Bauerntheaters für die Inszenierung des Dreiakters "Die Erbschleicherin" von Hans Herberts. Dabei galt die Anerkennung wohl nicht allein den Schauspielern, sondern auch der Regisseurin Brigitte Schleibinger, die in diesem Jahr für Doris Lindner eingesprungen war. Sichtlich aufgeregt dankte Schleibinger bei der Premiere allen Mitstreitern, auch jenen, die im Hintergrund zum Gelingen des Stückes beigetragen hatten: Alexander Schwenderling als Bühnenbauer sowie Renate See (Maske), Simone Niederreiter und Erika Schwenderling (als Einsager).

Wenn Weiber nach dem Gelde gieren, dann gehen sie meist ziemlich raffiniert zu Werke. Nicht anders die scheinheilige Kurpfuscherin Berta (herrlich hinterlistig von Christa Schmidt verkörpert), die den reichen Brauereibesitzer Haslinger umgarnt. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, den eingebildeten Kranken, der die Arbeit lieber seinem Bruder überlässt, zu beerben – wie sie es schon bei zwei seiner Vorgänger (Kräutermixturen sei Dank) getan hat.

Der Umgarnte Franz (eine Paraderolle für Claus Schmid, der sich in Bademantel und Charakter sichtlich wohlfühlt) genießt die vermeintlich selbstlose Fürsorge und stellt sich immer mehr gegen die eigene Familie. Am Ende will er seine Tochter Cilli (frisch verliebt und resolut: Katrin Kersting) gar mit einem Quacksalber verheiraten, der sein Verfallsdatum schon überschritten hat. Berta indes würde die leidige Erbkonkurrenz am liebsten im Kloster sehen.

Der fleißige Hans (Michael Kaczmarek als tatkräftig-sympathischer Braumeister, dem schon mal die Gäule durchgehen) durchschaut die Ränkespiele der Erbschleicherin schnell und sucht nach einem Ausweg. Dazu braucht er allerdings die Hilfe von Nichte Cilli und Notariatspraktikant Leopold Nieringer (wunderbar naiv und schüchtern: Alexander Schwenderling). Die beiden lassen sich gerne auf das Spiel ein, schließlich haben sie ganz eigene Ziele, in denen ein Klosteraufenthalt ganz sicher nicht vorgesehen ist.

Wie es den Dreien am Ende gelingt, dem gierigen Drachen Berta den Schneid abzukaufen, das soll hier nicht verraten werden. Wer die Geschichte live erleben möchte, der hat am 9. und 10. Januar ab 19.30 Uhr Gelegenheit dazu – einzelne Restkarten an der Abendkasse und beim Wirt im Gasthof Riedmeier sind aber nur noch für die Freitagsaufführung erhältlich.

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